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Film von Louis Saul (2016)

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Sanfter Tourismus in den Alpen

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Ohne Schnee keine Einnahmen

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Ar­tens­ter­ben mit ver­hee­ren­den Fol­gen

05.01.2018

Über 40 Prozent der Schweizer Insektenarten gelten mittlerweile als bedroht. Obwohl Politik und Landwirtschaft Massnahmen ergreifen, werden insbesondere durch das Aussterben der Fluginsekten auch in Graubünden unzählige andere Tierarten sowie die Lebensmittelproduktion gefährdet.

Von Adrian Brüesch im Bündner Tagblatt am 05.01.2018

Insgesamt rund 25 800 Tier- und Pflanzenarten verbucht die Internationale Rote Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) mittlerweile als bedroht. Dies stellt einen Negativrekord dar; fast 30 Prozent aller untersuchten Arten sind betroffen, wie es in einer Mitteilung der Umweltorganisation WWF Schweiz zu den «Gewinnern und Verlierern des Jahres 2017» heisst. Noch vor einem Jahr seien rund 1500 Spezies weniger als gefährdet eingestuft worden.

Wer bei vom Aussterben bedrohten Tierarten an Pandas oder Elefanten denkt, der irrt zwar nicht, betrachtet die Thematik aber zu kurzsichtig: In der Schweiz und gerade auch im naturverbundenen Kanton Graubünden nimmt das Artensterben genauso seinen Lauf. «Verschiedene Reptilien oder Amphibien sind schon seit Jahren gefährdet», sagt Anita Mazzetta, Geschäftsleiterin von WWF Graubünden. Und vermehrt seien auch Fluginsekten, die «das Fundament eines jeden Ökosystems» darstellten, Teil der roten Listen.

Weitreichende Folgen

Während in Deutschland in den letzten 27 Jahren die Gesamtmasse der fliegenden Insekten um über 75 Prozent abnahm, gelten in der Schweiz gemäss WWF immerhin «nur» 40 Prozent der Insektenarten als bedroht. Grund zur Sorge sei dies allemal, mahnt Mazzetta. «Das Aussterben der Fluginsekten bringt gravierende Folgen mit sich: Weniger Futter für andere Tiere wie Vögel oder Reptilien und fehlende Bestäubung für die Pflanzenwelt sind nur zwei Beispiele.» Nicht zuletzt werde unsere Lebensmittelproduktion durch diese Entwicklung stark beeinträchtigt. Die Gründe für die bedenklichen Zahlen seien unterschiedlicher Natur. Neben der Klimaerwärmung werde wie bei allen bedrohten Tierarten der Lebensraum eingeengt und zerstückelt, erklärt Mazzetta. «Und auch der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft setzt den Insekten stark zu.»

Diverse Massnahmen

Seit längerer Zeit schon zur Kenntnis genommen wurde dieses Phänomen auch beim Bündner Bauernverband. «Eine solche Entwicklung ist uns nicht egal. Die Artenvielfalt stellt ein hohes Gut in unserem Land dar, und deren Zerstörung können wir nicht einfach so hinnehmen», sagt Präsident Thomas Roffler.
Um dem entgegenzuwirken, werden vonseiten der Politik wie auch vonseiten der Landwirtschaft verschiedene Massnahmen ergriffen. So sieht etwa die neue Agrarpolitik 2014-2017 vor, dass für alpwirtschaftlich genutzte Flächen im Sömmerungsgebiet Beiträge ausbezahlt werden, sofern sie genügend Pflanzenarten aus einer vorgegebenen Liste aufweisen. Auch durch weniger intensive Nutzung der Wiesen, Vernetzungsprojekte, die Lebensräume von Insekten sinnvoll miteinander verbinden sollen, sowie geregeltem Einsatz von Pestiziden werde dem Artensterben der Insekten entgegengewirkt, versichert Roffler stellvertretend für die Bündner Landwirte. «Was wir tun können, sind wir bereit, zu tun. Doch Korrekturen in der Natur brauchen ihre Zeit, und wir brauchen Geduld. Wichtig ist das Bewusstsein und die Wertschätzung gegenüber der Natur.»

Vieles positiv in Graubünden

Auch ausserhalb der Agrarwirtschaft laufen Projekte, wie beispielsweise in der Raumplanung oder bei der Revitalisierung von Gewässern, um einen Teil des Lebensraumes der Natur zurückzugeben. So geht der Kanton Graubünden – obschon auch hierzulande ein Rückgang der Biodiversität nicht von der Hand zu weisen ist – mit gutem Beispiel voran. «Wir sind auf einem guten Weg: In der Landwirtschaft und auf politischer Ebene geht es in die richtige Richtung. Die Situation ist nicht zu vergleichen mit anderen Regionen wie etwa dem Mittelland», ist Anita Mazzetta überzeugt. Ein schönes Beispiel sei das Engadin, wo viele Gewässer revitalisiert worden seien und wieder mehr Lebensräume geschaffen werden konnten. «Dadurch hat sich erst kürzlich wieder ein Fischotter angesiedelt», sagt Mazzetta. Der Fischotter, der in der Schweiz für einige Jahre als ausgestorben galt und nun einer der Gewinner des Jahres 2017 ist.

Gewinner und Verlierer im Jahr 2017

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