Kontakt

Stefan Grass
vbu-Sekretariat

 081 250 67 22

E-Mail

Siehe Video...

Leben mit dem Klimawandel

Wenn wir ehrlich sind, haben wir den Kampf längst verloren: Wir werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten und mit drastischen Umbrüchen leben müssen. Gert Scobel diskutiert mit Gästen.

Siehe Video...

Klimawandel - Die Fakten - 2019

Sir David Attenborough gestaltet seine BBC Doku als mitreißenden Weckruf. Mit zahlreichen Wissenschaft-lern belegt er die Fakten rund um die Folgen des Klimawandels und was dagegen unternommen werden kann.

Siehe Video...

Auf den Spuren der Klimaforschung

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – das Wetter scheint weltweit wild geworden zu sein. Was sind die Ursachen? Nur wissenschaftliche Fakten geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

Aktionsplan Green Deal für Graubünden

04.10.2021

Im August 2021 hat die Bündner Regierung den Aktionsplan Green Deal veröffentlicht. Der Plan soll aufzeigen, wie der Kanton seiner Verantwortung zur Eindämmung der Klimakrise gerecht werden will. Die Klimabewegung hat ihre Meinung zum Plan in einem Positionspapier festgehalten.

Grundsätzlich zeigt sich die Klimabewegung Graubünden erfreut, dass die Regierung erstmals einen Plan mit konkreten Massnahmen zur Eindämmung der Klimakrise ausgearbeitet hat. Dennoch ist sie enttäuscht, dass sich die Regierung der existenziellen Bedrohung durch die Klimakrise nicht bewusst zu sein scheint. Den Erkenntnissen des Weltklimarats wird im Green Deal kaum Rechnung getragen.

Dies zeigt sich bereits bei der grundlegenden Zielsetzung, auf welcher der Plan aufbaut. Der Kanton strebt seine Klimaneutralität bis 2050 und somit 20 Jahre zu spät an, und gibt damit bewusst die Einhaltung des 1.5-Grad-Ziels auf. Die Budgetierung, welche die Grundlage des Plans darstellt, basiert auf einer nicht verantwortbaren Berechnung des verbleibenden Emissions-Budgets.

Für die Klimabewegung Graubünden ist klar: Der Aktionsplan Green Deal muss zu einem Plan werden, der es mit der Abwendung einer Klimakatastrophe ernst meint. Und dazu reichen die aktuellen Bestrebungen bei weitem nicht aus.

«Der Kanton rechnet mit einem Emissions-Budget, das uns gar nicht zusteht. Wenn die Regierung der Ansicht ist, dass das 1.5-Grad-Ziel nicht mehr eingehalten werden kann, sollte sie zumindest versuchen, es nur knapp zu verfehlen.», sagt Agrena Schuler vom Klimastreik Graubünden.

Ein PDF unseres Positionspapiers finden Sie unten.

Kontaktperson für Rückfragen:

Agrena Schuler, Tel. 079 718 59 10

Aktionsplan Green Deal

Positionspapier Klimastreik Graubünden

Im August 2021 wurde der Aktionsplan Green Deal Graubünden veröffentlicht. Der Plan erarbeitet konkrete Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels im Kanton Graubünden. Grundsätzlich werden die Bemühungen der Regierung begrüsst, jedoch geht der Plan deutlich zu wenig weit und wird der Verantwortung Graubündens nicht gerecht.

CO2-Budget

Bereits bei der Berechnung des verbleibenden CO2-Budgets wurden Annahmen getroffen, die Graubünden ein zu hohes Budget zuteilen.

Indem das globale CO2-Budget proportional zur Bevölkerung auf die Schweiz heruntergerechnet wurde, geht verloren, dass die Schweiz und somit auch Graubünden bereits vor 1990 sehr viel höhere Emissionen zu verantworten hatte. Die nSchweiz konnte sich dadurch eine gute finanzielle Lage sichern und hat somit deutlich bessere Voraussetzungen, ein ambitioniertes Netto-Null-Ziel zu erreichen als viele andere Länder, die noch mitten in der Entwicklungsphase stecken. Der AGD  muss diese Verantwortung wahrnehmen und das Budget deutlich tiefer ansetzen.

  • Berücksichtigung der historischen Emissionen
  • Wahrnehmung der guten Ausgangslage und der damit verbundenen Verantwortung

Indirekte Emissionen

Der Green Deal befasst sich ausschliesslich mit den Emissionen, die auf dem
Kantonsgebiet ausgestossen werden. Tatsächlich machen diese aber nur 35% aller Emissionen aus, die der Kanton verursacht. Die restlichen Emissionen entstehen indirekt durch den Konsum von Importgütern aus dem Ausland. Im Plan werden zwar Sensibilisierungsmassnahmen bezüglich des Konsums angedacht, diese allein werden aber niemals dazu führen, dass zwei Drittel aller kantonal verursachten Emissionen wegfallen. Ausserdem führt die Ausklammerung von indirekten Emissionen dazu, dass Massnahmen wie beispielsweise die Förderung von Elektromobilität vorgeschlagen werden. Diese senken zwar die Emissionen, die direkt
im Kanton anfallen, verlagern aber die deutlich höheren Produktionsemissionen ins Ausland. Dadurch wird das Problem nicht behoben, sondern nur die Verantwortung abgeschoben.

  • Berücksichtigung der indirekten Emissionen bei der Budgetberechnung
  • Berücksichtigung der indirekten Emissionen bei der Massnahmengestaltung


Netto-Null-Ziel

Der IPCC setzt sich das Ziel, die Erderwärmung unter 1.5° C zu halten. Das hat zwei Gründe. Erstens birgt eine Erderwärmung von mehr als 1.5° C die Gefahr, dass die Klimaerwärmung zum Selbstläufer wird, weil dadurch diverse Kipppunkte ausgelöst würden, die zusätzliche Treibhausgase freisetzen.
Das 1.5 Grad-Ziel ist zudem eine moralische Abwägung: Wie vielen Menschen kann die Heimat und Lebensgrundlage genommen werden? Eine Erwärmung um 1.75 oder 2 Grad hat Folgen. Die Existenz von Millionen von Menschen würden aufgegeben werden, riesige Ökosysteme wie der Amazonas-Regenwald oder die Sahelzone zerstört. Das Risiko, dass die Klimaerwärmung unkontrollierbar wird, steigt mit einer  derartigen Erwärmung massiv.
Um die Erderwärmung unter 1.5° C zu halten, ist, wie im IPCC Bericht dieses Sommers beschrieben, die weltweite Erreichung von Netto Null 2030 notwendig. Im AGD wird dieses Ziel aber ausdrücklich aufgegeben.

Die Schweiz hat sich im Abkommen von Paris dazu verpflichtet, früher als bis ins Jahr 2050 CO2-neutral zu werden. Als Industrieland hat die Schweiz – wie bereits erwähnt – historisch mehr Emissionen verursacht als weniger entwickelte Länder.

  • Konsequente Einhaltung des 1.5 Grad-Ziel und des Pariser Klimaabkommens
  • Wahrnehmung der internationalen Verantwortung für Klimagerechtigkeit

Negativemissionen

Im AGD werden Massnahmen zur Entziehung von CO2 aus der Atmosphäre in Erwägung gezogen, sogenannte Negativemissionstechnologien (NET). Es ist allerdings hochgradig fahrlässig, sich beim Klimaschutz auf solche Technologien zu verlassen. Es ist fragwürdig, ob wir überhaupt technologisch im Stand sein werden, der Atmosphäre CO2 im nötigen Umfang zu entziehen. Pilotprojekte im Bereich CCS (carbon capture and storage) oder BECCS (Bioenergy with carbon capture and storage) verfehlen jährlich ihre Ziele: 2020 erreichten wir lediglich 2‰ der vor 20 Jahren
prognostizierten Menge an CCS-Negativemissionen.

Auch forcierte natürliche Negativemissionen wie Aufforstung oder beschleunigte Verwitterung bringen Nachteile mit sich. Oftmals ist unklar, wie gross die Wirkung tatsächlich ist und teilweise werden mit den Projekten ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht gebracht.

  • Konsequente Prüfung von NET und deren Wirksamkeit
  • Realistische Annahmen bei der Bilanzierung
  • NET lediglich als Notlösung

Wo stehen wir mit der Gletscher-Initiative?

Vor knapp zwei Jahren wurde die Gletscher-Initiative eingereicht, nun kommt die Vorlage in die parlamenta-rische Debatte. Der Bundesrat hat der Initiative einen direkten Gegenvorschlag gegenübergestellt, das Parlament kann aber ganz anders entscheiden. Die Initiative wird zuerst in der UREK-N des Nationalrates diskutiert. Was das konkret bedeutet, wird im Podcast  erklärt.

Weltweiter Klimastreik von Fridays For Future

24.09.2021. Greta Thunberg und Luisa Neubauer im Interview nach dem Klimastreik in Berlin mit Tausenden Teilnehmenden.

Wandernd begreifen, was Klimawandel bedeutet

Vom 1. Juni bis 12. Juli 2021 ist Klimaspuren von Grau-bünden quer durch die Schweiz an den Lac Leman gewandert. 600 Gäste haben die Gruppe, die die Expedi-tion vorbereitet und geführt hat, einen oder mehrere Tage begleitet. Klimaspuren ist 670 Kilometer in 42 Etappen gewandert und hat am Weg-rand 73 Orte des Protestes und Spielräume für mehr Klimaschutz besucht. In Genf angekommen, zieht Klima-spuren ein erstes Fazit in 12 Schritten.