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Luisa Neubauer, geboren 1996 in Hamburg, ist eine der Mitorganisator:innen von Fridays for Future und in den Medien die prominenteste Vertreterin der deutschen Bewegung. 2018 lernte sie bei der UN-Klimakonferenz die schwedische Schülerin Greta Thunberg kennen und startete zusammen mit anderen Aktivist:innen die Bewegung in Deutschland. Seitdem traf Luisa Neubauer diverse Staats- und Regie-rungschefs, und nahm an der Weltklimakonferenz in Madrid und dem Weltwirt-schaftsforum in Davos teil.

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Ein Knigge für Freizeitsportler zum Wohle der Natur

04.07.2022

Die Bündner Seen sind ein Paradies für Wassersportler. Ohne deren Rücksichtnahme droht allerdings Schaden an der Tier- und Pflanzenwelt.

Quelle: Bündner Tagblatt/Südostschweiz am 03.07.2022

von Pierina Hassler

Ob auf dem Zürichsee, dem Walensee, dem Cauma- oder Crestasee: Dort wo Wasser ist, gibt es Wassersportler. Total in ist seit einigen Jahren das Stand-up-Paddling. Kein Motor, der die Sportlerinnen und Sportler antreibt, kein grosses Segel, einfach ein Brett, ein Mensch und ein Paddel. Ruhig gleiten die Paddler so über das Wasser. Geniessen die Natur und tun niemandem etwas zuleide. Tatsächlich? Schilfgebiete und Flachwasserbereiche sind Lebensräume zahlreicher Tiere. Nähern sich Stand-up-Paddler diesen Zonen, schadet dies dem Gefüge.

Genau deshalb hat der Verein «Natur und Freizeit» eine Sensibilisierungs-kampagne mit dem Namen «Aufs Wasser mit Rücksicht» lanciert. Der 2016 gegründete Verein hat zum Ziel, öffentliche, auf ein breites Zielpublikum ausgerichtete Kampagnen durchzuführen, die Erholungssuchende sowie Freizeitsportler zu einem natur- und umweltschonenden Verhalten motivieren. Mitgliederorganisationen sind beispielsweise Jagd Schweiz, Pro Natura, Birdlife und Schweizer Wanderwege.


Geschützte Gebiete

Die aktuelle Kampagne ist auf Stand-up-Paddler und Kanuten fokussiert. In seiner Mitteilung schreibt der Verein: «Wasservögel brüten im Schilf, Fischen bietet das Flachwasser wichtige Laichplätze, aber auch Insekten wie Libellen leben in diesen sensiblen Ökosystemen. Das Verständnis und der Respekt gegenüber diesen Wildtieren sind auf eine breite Abstützung in der Gesellschaft angewiesen.» Der Verein hat dazu vier Verhaltensregeln ausgearbeitet (siehe Kasten).

Die Bündner Bergseen lassen sich nicht so einfach mit den grossen Seen im Unterland vergleichen. Die Kampagne mache aber auch hier Sinn, sagt Armando Lenz, Geschäftsführer von Pro Natura Graubünden. «Die Problematik ist natürlich an Bergseen etwas anders als an den grossen Mittellandseen. Je höher im Gebirge, desto geringer ist der Nutzungsdruck durch Wassersport und desto weniger Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten sind potenziell betroffen», so Lenz. Aber grundsätzlich sei die Problematik natürlich auch an Bündner Bergseen vorhanden. «Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass ihre Aktivitäten auf die natürlichen Lebensräume, auf Tier- und Pflanzenarten einen Einfluss haben können. Das gilt auch für den Aufenthalt auf und an Bergseen.» In geschützten Gebieten könne dieser Nutzungsdruck durch verbindliche Regeln gelenkt werden. Grundsätzlich gelte es aber, überall Rücksicht auf die Natur und die Mitmenschen zu nehmen. «Sensibilisierungskampagnen helfen, die Menschen zu einem respektvollen Umgang zu animieren.»

«Falls Tiere an einem See keine ruhigen Plätze mehr finden, versuchen sie an ein anderes Gewässer auszuweichen», erklärt Lenz. Das benötige zusätzliche Energie, erzeuge Stress, um sich an einem fremden Ort zurechtzufinden, und führe zu Konkurrenz mit den dort bereits anwesenden Artgenossen. «Letztendlich geht dadurch Lebensraum für Tiere verloren. Ein solcher Lebensraumverlust führt letztlich zu Bestandsrückgängen.»

Freizeitrummel an Land

Vom Nutzungsdruck an den Gewässern seien in erster Linie Vögel betroffen, die am Ufer brüteten oder die Wasserfläche zur Nahrungsaufnahme nutzten, so Lenz. «Je nach Höhenlage eines Gewässers sind dies andere Arten. Dazu gehören verschiedene Entenarten, von der weitverbreiteten Stockente bis zur selteneren Reiherente, Zwerg- und Haubentaucher, Bläss- und Teichhuhn, Grau- und Silberreiher, Rohrammer und Sumpfrohrsänger.» An Fliessgewässern seien auch Wasseramsel, Flussregenpfeifer und Flussuferläufer zu nennen. Und in der Flachwasserzone würden häufig auch die Laichgebiete verschiedener Amphibien- und Fischarten liegen. «Durch den Freizeitrummel an Land können Rückzugsgebiete von Rothirsch oder Reh betroffen sein.».

Aufs Wasser mit Rücksicht

Abstand halten zum Schilf: wo immer möglich 100 Meter. Im Schilf brüten und verstecken sich viele Vögel.

Abstand halten zu Kiesinseln und Sandbänken: nach Möglichkeit 100 Meter oder mehr. Hier rasten und brüten viele Vögel oder suchen Nahrung.

Grosse Distanz wahren zu Vogelansammlungen: Im Herbst und Winter keine Gewässerabschnitte mit Vogelansammlungen befahren. Störungen sind schon aus einem Kilometer Entfernung möglich.

Schutzgebiete respektieren: Stets ausserhalb der Grenzen bleiben. Diese sind teilweise mit gelben Bojen oder Tafeln markiert und in Karten eingezeichnet.

Wo stehen wir mit der Gletscher-Initiative?

Wir haben gute Nachrichten! Der indirekte Gegenvor-schlag wurde am 15.06.22 vom Nationalrat angenom-men und auch nicht verwäs-sert. Als nächstes stimmt der Ständerat im September über den Gegenvorschlag ab. Wir erwarten rasches Vorgehen, punktuelle Verbesserungen und keinerlei Abschwächun-gen des Gesetzestextes.

09.09.2022 Klima-demo in Chur

«Die Energiewende ist ein wichtiger Schritt zum 1.5°-Ziel. Doch auch in anderen Sektoren muss dringend gehandelt werden», sagt Gabriel Reiber, Mitglied des Organisationskomitees. Aus diesem Grund plant die Organisation am 9. Septem-ber bereits die nächste Kundgebung, an der sie den Verkehrssektor genauer unter die Lupe nehmen will.

In der Schweiz beträgt der Solarenergieanteil am sonst noch stark von Erdöl und Gas abhängigen Gesamtenergie-verbrauch nur 1.5%. Und das, obwohl Solaranlagen an vielen Orten realisierbar wären. So verfehlen wir unsere Klimaziele – und verheizen uns buchstäblich unsere Zukunft.

System Change Bericht

Angesichts der aktuellen Wirtschaft, die ökologische und soziale Krisen verur-sacht, ist es höchste Zeit, sich ein neues System auszuden-ken. Die Gruppe "system change" arbeitet seit Monaten an der Formulie-rung von Vorschlägen für eine konkrete, ökologische und demokratische Alternative zum aktuellen Wirtschaftsmodell. Diese Arbeit hat zu einem Bericht geführt, in dem Ideen für aktuelle Alternativen detailliert beschrieben werden.