Kontakt

Stefan Grass
vbu-Sekretariat

 081 250 67 22

E-Mail

Aktuelle Meldungen

  • 18.05.2019  Verkehrsministerin will Verlagerung

    An der Feier zum 30. Geburtstag der Alpen-Initiative dankte Bundesrätin Simonetta Sommaruga den Alpenschützerinnen und Alpenschützern für ihren unermüdlichen Einsatz. Ausserdem kündete sie an, die Verlagerung auf die Bahn mit einem Massnahmenpaket weiter zu stärken. «Damit wollen wir die Schiene noch attraktiver machen und zusätzliche Transporte von der Strasse wegbekommen», sagte die Verkehrsministerin.

  • 16.05.2019  Schiessen statt hüten?

    Im Nationalrat haben sich die WolfsgegnerInnen durchgesetzt. Ihre Strategien werden die Probleme mit dem Wolf nicht lösen – im Gegenteil.

  • 14.05.2019  Regierung schlägt 
zum «Green New Deal» ein

    Die Regierung erklärt sich einverstanden, ihre Klimastrategie mit zusätzlichen Massnahmen aufzuwerten – 
sie ist bereit, den von über 80 Parlamentariern eingereichten «Green New Deal» zu machen.

  • 07.05.2019  7. Mai 2019: Ab heute leben wir auf Pump

    Heute ist der sogenannte Swiss Overshoot Day. Er markiert das Datum, an dem die Schweiz alle natürlichen nachwachsenden Ressourcen und alle ökologischen «Dienstleistungen» verbraucht hat, die ihr für das Jahr 2019 eigentlich zustehen. Das heisst: Ab heute und bis zum Ende des Jahres leben wir auf Pump oder genauer: auf Kosten zukünftiger Generationen.

Siehe Video....

Die Rückkehr der Wildnis

Die Schweiz ist ein übernutztes Land: Zuviel menschliche Aktivität, zu viel Gift im leuchtenden Grün. Tausende von Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Doch es gibt auch eine andere Schweiz: Dort wächst der Wald zu neuer Wildnis.

Siehe Video...

Rummelplatz Alpen

In dem Dokumentarfilm treffen Marketingstrategen, Banker und Liftanlagen-hersteller auf Naturschützer, Bergsteiger und Wissen-schaftler. Es werden die Zusammenhänge zwischen Erhaltung der Kulturland-schaft der Alpen, Tourismus und Klimawandel dargestellt.

Film von Louis Saul (2016)

Siehe Video...

Ohne Schnee keine Einnahmen

Mit dem Klimawandel geraten die Alpen in Bewegung. Während sich die Lufttemperatur bislang weltweit im Durchschnitt um 0,6 Grad Celsius erwärmt hat, ist im Alpenraum der Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur deutlich höher. Damit werden auch Wintersportgebiete vor einem Dilemma stehen: ohne Schnee keine Einnahmen. Deshalb wird die weiße Pracht zunehmend mit Kunstschnee erzeugt.

Netto-Null bis 2030:
 Die Klimabewegung hat recht!

25.04.2019

Die Schweiz muss ihre Klimaziele für das nächste Jahrzehnt nach dem ausrichten, was notwendig ist – 
und nicht länger nach dem, was im Moment gerade vertretbar erscheint.

von Jürg Rohrer*, Professor für Erneuerbare Energien an der Hochschule ZHAW

Die Jungen aus der Klima-Bewegung stellen bezüglich Reduktion der Treibhausgase in der Schweiz übertriebene Forderungen, wir müssen aber realistisch bleiben.» So tönt es in letzter Zeit aus Kreisen der bürgerlichen und der Mitte-Parteien. Grüne und Linke werden harsch kritisiert, weil sie wie die Klimabewegung eine Abkehr von den fossilen Treib- und Brennstoffen bis spätestens 2030 fordern.

In dieser Diskussion wird häufig ausgeblendet, was denn der Vorteil einer so raschen Reduktion des Schweizer Treibhausgas-Ausstosses wäre, bzw. woher diese Forderung überhaupt kommt. Dem Aufwand «CO₂-Ausstoss rasch reduzieren» muss ein entsprechender Ertrag gegenüberstehen. Dies soll nachfolgend aufzeigt werden.

Die weltweite Temperaturerhöhung durch den Klimawandel hängt von der gesamten Menge an Treibhausgasen ab, welche die Menschheit bisher ausgestossen hat. Es geht im Wesentlichen um die Summe der seit Beginn der Industrialisierung produzierten Treibhausgase. Je grösser der totale Ausstoss, desto grösser die Temperaturerhöhung. Dies hat damit zu tun, dass die meisten Treibhausgase – insbesondere CO₂ – mehr als hundert Jahre in der Atmosphäre bleiben und damit zum Treibhauseffekt beitragen. Das CO₂, welches heute aus unseren Autos oder Heizungen kommt, wird deshalb auch noch in der Welt unserer Kinder und deren Kindes-Kindes-Kinder Dürren, Überschwemmungen und Hungersnöte verursachen.

Neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft

Im Oktober 2018 wurde vom UNO-Klimarat IPCC ein neuer Bericht publiziert. Dieser Bericht stellte unter anderem fest, dass es in jeder Hinsicht stark empfehlenswert wäre, eine Erhöhung der weltweiten Durchschnittstemperatur um maximal 1,5 Grad anstatt wie bisher um maximal 2 Grad anzustreben. Die Wahrscheinlichkeit für irreparable Schäden in der Natur und für grosse Katastrophen steigt zwischen einer Erwärmung von 1,5 und 2 Grad stark überproportional an. Als Beispiele für solche Ereignisse gelten das Schmelzen des gesamten Grönlandeises und als Folge eine Erhöhung der Meeresspiegel um sieben Meter. Oder in der Schweiz heisse, trockene Sommer wie 2018, welche zum Normalfall werden könnten.

Wie oben bereits erwähnt, hängt die effektive Temperaturerhöhung vom gesamten Ausstoss an Treibhausgasen seit der Industrialisierung ab. Um die Erwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 67 Prozent bei maximal 1,5 Grad zu halten, darf die Menschheit gemäss den neusten Erkenntnissen ab 2018 nur noch rund 320 Gigatonnen CO₂ ausstossen. Wie teilt man dieses CO₂-Budget auf die einzelnen Länder auf und was bedeutet dies für die Schweiz?

Es gibt verschiedene denkbare Verteilschlüssel: zum Beispiel eine Verteilung unter Berücksichtigung der Kaufkraft oder der Summe der bereits erfolgten Emissionen pro Kopf oder des Bruttosozialprodukts pro Kopfs usw. Verteilt man das weltweite CO₂-Budget gleichmässig auf alle heute lebenden Einwohner auf der Erde, so dürfte die Schweiz ab 2018 noch rund 320 Megatonnen Treibhausgase ausstossen. Diese Aufteilung des verbleibenden Budgets ist für die Schweiz sehr vorteilhaft, denn sie hat wie die anderen reichen Länder in der Vergangenheit pro Kopf wesentlich mehr CO₂ produziert und trägt somit eine grössere historische Verantwortung als zum Beispiel Länder wie China oder Indien. Wir gehen nachfolgend von diesem Schweizer Budget von 320 Mega-Tonnen CO₂ ab 2018 aus.

Forderung der Klimabewegung entspricht Stand der Wissenschaft
Reduziert man den Schweizer CO₂-Ausstoss ab 2020 von Jahr zu Jahr gleichmässig, so ist das oben erwähnte Budget von 320 Mega-Tonnen für das 1,5-Grad-Ziel im Jahr 2030 aufgebraucht (siehe Grafik). Mit anderen Worten: Die Forderung der Klimabewegung nach «Netto-Null CO₂-Emissionen bis 2030» entspricht der Forderung nach Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels und somit der neusten Erkenntnis der Wissenschaft. Es handelt sich keineswegs um eine «übertriebene Forderung von übermütigen Jungen», wie dies gerne unterstellt wird, sondern es ist folgerichtig und konsequent.

In den letzten zehn Jahren sind 
die jährlichen CO₂-Emissionen in der Schweiz um etwa fünf Mega-Tonnen gesunken. In den nächsten zehn Jahren müssen diese Emissionen um insgesamt 45 Mega-Tonnen abnehmen, das bedeutet eine neun Mal stärkere Abnahme als bisher. Dies lässt sich selbstverständlich nicht so nebenbei mit Aufrufen zu freiwilligen Massnahmen oder durch kleinere Anpassungen an den Gesetzen erzielen, sondern erfordert drastische Massnahmen. Was eine weitere Forderung der Klimabewegung erklärt, nämlich dass der Klimawandel als echte Krise zu betrachten und entsprechend zu handeln sei. Man erinnere sich an Kriege, Wirtschaftskrisen oder die Bankenkrise in der Vergangenheit.

Eine Randbemerkung: Anstatt einer gleichmässigen Abnahme von Jahr zu Jahr wäre eigentlich eine exponentielle Abnahme entsprechend der in der Grafik eingezeichneten blauen Kurve naheliegender. Zu Beginn lassen sich die günstigsten Massnahmen rasch realisieren, was zu einer starken Abnahme führt. Dies würde etwas Zeit schaffen, um sehr schwierig zu realisierende Fälle erst nach 2030 zu lösen (zum Beispiel Langstrecken- oder Rettungsflüge).

Quelle: ZHAW, Graphik Südostschweiz
Quelle: ZHAW, Graphik Südostschweiz

Was ist mit den anderen Ländern?

Gemäss dem Vertrag von Paris können keine rechtlichen Schritte gegen Länder ergriffen werden, die den Vertrag nicht einhalten. Es gibt lediglich den Mechanismus «name and shame», indem öffentlich gemacht wird, wer welchen Beitrag leistet. Dies kann als Schwäche des Vertrages betrachtet werden.

Was kann die Schweiz gewinnen, wenn sie vorausgeht und das 1,5-Grad-Ziel konsequent umsetzt? Knapp 80 Prozent der Schweizer Treibhausgasemissionen stammen aus den Sektoren Verkehr, Gebäude und Industrie, und zwar primär aus der Verbrennung von fossilen Energien. Für diese Energie geben wir jedes Jahr 11,5 Milliarden Franken aus. Deren Ersatz durch einheimische erneuerbare Energie wäre möglich und würde viele Arbeitsplätze im einheimischen Energiesektor schaffen. Quasi als Nebeneffekt würde die Abhängigkeit vom Ausland sinken, und die Versorgungssicherheit mit Energie bliebe auch in Zukunft erhalten.

Es geht aber nicht nur ums Geld: Mit welchem Recht können wir von Indien oder China verlangen, dass sie ihren Treibhausgas-Ausstoss vor uns reduzieren sollen? Wo doch diese Länder in der Summe seit der Industrialisierung pro Kopf viel weniger Treibhausgase ausgestossen haben als wir. Mit anderen Worten: Wer soll vorausgehen, wenn nicht wir in der wohlhabenden, für ihre Innovationskraft bekannten Schweiz? Wir haben die Technologien, die Potenziale und zweifellos auch die finanziellen Mittel dazu.

Was gegenwärtig noch fehlt, ist das Vertrauen in die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel. In Medizin und Technik vertrauen wir der Wissenschaft sonst fast blind.

Die Konsequenzen des Nicht- oder Zu-spät-Handelns wiegen schwer. Deshalb müssen wir die Klimaziele für das nächste Jahrzehnt daran ausrichten, was notwendig ist und nicht daran, was uns gerade gesellschaftlich machbar erscheint. Es ist höchste Zeit, dass nicht nur junge Menschen, sondern auch alle anderen den Klimawissenschaftlern glauben und rasch wirksame Massnahmen zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels ergriffen werden. Die Klimabewegung sollte die ganze Schweiz und insbesondere alle Parteien erfassen.

*Jürg Rohrer ist Professor für Erneuerbare Energien an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Wädenswil, Präsident der Energieallianz Linth und Vorstandsmitglied beim Verband der unabhängigen Energieerzeuger Vese.

Doppelinitiative Biodiversität und Landschaft

Arten verschwinden, Land-schaften werden zubetoniert, unsere traditionelle Bau-kultur wird zerstört: So kann es nicht weitergehen! Jetzt lanciert Pro Natura, Birdlife Schweiz, der Schweizer Heimatschutz und die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zwei Volksinitiativen.

Gletscher-Initiative

Das Schwinden der Gletscher ist ein Weckruf! Gelingt es nicht, die Klimaerwärmung zu stoppen, verschlechtert sich unsere Lebensgrundlage nachhaltig. Bringen wir die Schweiz auf Klimakurs!

Wir haben ein Recht auf Zukunft!

Wir fordern, dass die Schweiz den nationalen Klimanot-stand ausruft: “Die Schweiz erkennt die Klimakatastro-phe als zu bewältigende Krise an. Sie hat folglich auf diese Krise zu reagieren und die Gesellschaft auch kompetent darüber zu informieren.”

Wir fordern, dass die Schweiz bis 2030 im Inland Netto 0 Treibhausgasemissionen ohne Einplanung von Kom-pensationstechnologien hat.

Wir fordern Klimagerech-tigkeit.

CO2-Emissionen im Inland reduzieren

Die Petition verlangt von National- und Ständerat ein griffiges CO2-Gesetz, das unserer Verantwortung beim Klimaschutz gerecht wird, das 100% der Schweizer CO2-Reduktion im Inland festlegt und das nicht unser Geld in zweifelhaften Emissions-zertifikaten versenkt.