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Stefan Grass
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Rummelplatz Alpen

In dem Dokumentarfilm treffen Marketingstrategen, Banker und Liftanlagen-hersteller auf Naturschützer, Bergsteiger und Wissen-schaftler. Es werden die Zusammenhänge zwischen Erhaltung der Kulturland-schaft der Alpen, Tourismus und Klimawandel dargestellt.

Film von Louis Saul (2016)

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Sanfter Tourismus in den Alpen

Entschleunigung, sanfte Mobilität, erneuerbare Energien in Werfenweng, Arosa sowie Berchtesgaden mit den Herausforderungen Königssee und Nationalpark.

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Ohne Schnee keine Einnahmen

Mit dem Klimawandel geraten die Alpen in Bewegung. Während sich die Lufttemperatur bislang weltweit im Durchschnitt um 0,6 Grad Celsius erwärmt hat, ist im Alpenraum der Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur deutlich höher. Damit werden auch Wintersportgebiete vor einem Dilemma stehen: ohne Schnee keine Einnahmen. Deshalb wird die weiße Pracht zunehmend mit Kunstschnee erzeugt.

Der Spieleverderber

10.01.2018

Stefan Grass hat die Kandidatur für Olympische Spiele in Graubünden gebodigt. Jetzt soll er Sion 2026 verhindern.

Keine Olympischen Spiele im gesamten Alpenraum zwischen Nizza und Wien: Umweltschützer Stefan Grass. Foto: Nicola Pitaro
Keine Olympischen Spiele im gesamten Alpenraum zwischen Nizza und Wien: Umweltschützer Stefan Grass. Foto: Nicola Pitaro

Von Janine Hosp, Redaktorin Inland

Man ruft ihn, wenn es gigantisch zu werden droht. Und teuer. So ist er nach München gereist, nach Tirol und ins Wallis. Überall sprach er in versammelter Runde über das Wesen des Gegners – und wie ihm am besten beizukommen ist. «Die Unbelehrbarkeit der Befür­worter der Olympischen Spiele ist sehr robust», sagte er etwa im Oktober in ­Tirol, wohin ihn die linke «Liste Fritz» kurz vor der Abstimmung holte. Stets heisse es, man habe schon alles und müsse nichts mehr bauen, sagte Stefan Grass und schüttelte nur den Kopf. Aber: «Keiner hat alles, und entsprechend wachsen den Veranstaltern regelmässig die Kosten über den Kopf.» Die Kosten – das sei die offene Flanke des Gegners. Hier ist er angreifbar.

Wenn Stefan Grass auftaucht, verheisst dies nichts Gutes für seine Kontrahenten: Kaum einer ist so lange im Geschäft wie er, und kaum einer hat so viel Erfahrung gesammelt. Nun sitzt er im Frohsinn hinter dem Bahnhof Chur in der Sonne. Hinter ihm erheben sich jene, die er vor dem Gigantismus schützen will: die Berge. Grass (63) ist Alpenschützer, Churer SP-Gemeinderat und Präsident der VCS-Sektion Graubünden. Seit zwanzig Jahren kämpfte er an vorderster Front gegen die Vereinnahmung der Alpen und damit auch gegen Olympische Spiele. 16 Kampagnen hat er orchestriert, meist in der Rolle des Aussenseiters, und dennoch jede zweite für die Umwelt entschieden. Zuletzt jene gegen die Spiele in Graubünden im Februar.

Das Geld entscheidet

Und nun steht Sion 2026 an. Kurz nach dem Sieg in Graubünden wurde Grass nach Brig gerufen, wo sich die Gegnerschaft formierte. Er selber will sich im Wallis nicht in die Frontlinie stellen, er sieht seine Rolle vielmehr als stiller Berater im Hintergrund. Vor allem wollte er den Wallisern Mut zusprechen, «den Kampf zu fechten». Schliesslich sei der Sieg – ein Nein der Stimmenberechtigten zu einem Kredit des Kantons – bereits in der Bevölkerung angelegt; 60 Prozent stünden Olympischen Spielen grundsätzlich ablehnend gegenüber. Wegen der Kosten.

«Mit ökologischen Argumenten allein könnten wir die Spiele nicht bekämpfen», sagt Grass. Und so redet der Umweltschützer hauptsächlich über Geld. Davon, dass die 303 Millionen für die Sicherheit bei weitem nicht reichen und dass unbeteiligte Kantone und das Ausland kaum gratis Polizisten zur Verfügung stellten. «Das wird teuer», sagt er, und es hört sich ganz zufrieden an.

Grass’ Bedenken sind grundsätzlich: Das Internationale Olympische Komitee, so sagt er, handle nach dem Grundsatz «schneller, höher, stärker». Er indessen glaubt nicht daran, dass sie je kleiner, bescheidener und nachhaltiger werden, wie das Komitee in seiner Agenda 2020 bekannte. Deshalb wollen Grass und seine Mitstreiter erreichen, dass sich der gesamte Alpenraum zwischen Nizza und Wien den Spielen verweigert.

Grass hat alle Zahlen, Daten, Fakten im Kopf, er redet, ohne nachzuschauen, ohne nachdenken zu müssen, mit dem Blick in die Ferne gerichtet. Sein Wissen reichte für stundenlange Vorträge. «Man kann mich einladen, wenn man will. Sonst hat man Ruhe von mir», sagt er selbstironisch. Es ist im Frohsinn eines jener raren Gespräche, während dem es weder piepst noch klingelt und auch kein Smartphone auf dem Tisch liegt. Grass lebt entschleunigt. Er geht alles langsam an – und hat trotzdem mehr Zeit. Er und seine Frau arbeiten beide Teilzeit und begnügen sich mit dem Wichtigsten. Suffizienz nennt er es. Ein Mobiltelefon hat er trotzdem, ein «alter Knochen», wie er sagt und legt ihn auf den Tisch – als glaubte man nicht, dass so alte Handys überhaupt noch in Gebrauch sind.

Schon manche hässig gemach
t

Grass ist schon mit wenig aufgewachsen. Er ist das einzige Kind einer Arbeiterfamilie aus dem Bernbiet. Geld für Ferien hatte sie nicht, deshalb ging sie sonntags in die Natur hinaus. Auf diesen Wanderungen wurde der Umweltschützer in ihm angelegt. Aktiviert wurde der in den 70er-Jahren im Abstimmungskampf um die zwölf autofreien Sonntage. Grass besuchte damals die Ingenieurschule Burgdorf und beobachtete sozusagen live, wie sich ein Handvoll Studenten dafür engagierte – und wie die direkte Demokratie funktionierte. Er war fasziniert: Eine kleine Gruppe Überzeugter konnte mit ihren Forderungen ein ganzes Land in Atem halten.

So haben Stefan Grass und seine Mitstreiter schon manche Pläne durchkreuzt, und wenn man sich in Chur umhört, findet man Leute, die nicht besonders gut auf ihn zu sprechen sind. Andere Widersacher schätzen ihn: Er trete ruhig und besonnen auf und sei stets gut dokumentiert, heisst es. Er sei aber ohnehin nicht der Typ, der an Podien zuvorderst auf der Bühne stehe und das Publikum auf seine Seite zu ziehen vermöge, sondern leiste Basisarbeit. Grass selber sagt, er habe mit seinem Kampf gegen die Winterspiele schon einige Leute hässig gemacht. Ansonsten trete er niemandem auf den Füssen herum.

Formiert euch!

Noch ist es ruhig im Wallis. «Aber die Schlacht ist vorprogrammiert», sagt Grass. Was riet er denn in Brig den Walliser Alpenschützern? Die Essenz aus 20 Jahren Kämpfertum und aus 16 Kampagnen sind letztlich drei Handlungs­anweisungen, die, sauber befolgt, zum Sieg führen sollen. Regel Nummer 1: Formiert euch! Eine kleine Gruppe Gleichgesinnter genügt. Aus ihrer Mitte bilden zwei oder drei Leute die Speerspitze. Sie müssen die Robustheit haben, sich gegen aussen zu exponieren – und einzustecken. Regel Nummer 2: Tut es früh. Vor allem soll man früh beginnen, Geld zu sammeln. Grass’ dritter Ratschlag schliesslich könnte vor allem im Wallis wertvoll sein, wo es seiner Einschätzung nach zu einem «Hauen und Stechen» kommen könnte. So rät er: «Konzentriert euch auf eure Botschaft und nicht auf den Gegner. Sonst habt ihr schon verloren.»

Viele Hürden für Kandidatur «Sion 2026»

Im Jahr 2019 wird das Internationale Olym­pische Komitee entscheiden, welche Kandidatur den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele 2026 erhält. Ob die Schweizer Kandidatur Sion 2026 dann überhaupt zur Wahl steht, entscheidet sich in den nächsten Monaten; in dieser Zeit wird sie einige Hürden überwinden müssen. Ende 2017 hat die Walliser Regierung bekannt gegeben, dass sie dem Parlament einen Kredit von 100 Millionen für Infrastruktur und Sicherheit beantragt. Die Vorlage muss aber ebenso das Stimmvolk überzeugen, das am 10. Juni an die Urne gerufen wird. Auch in anderen Kantonen, wo Spiele ausgetragen werden sollen – in der Waadt, in Freiburg, Bern und Graubünden –, kann es zu Volksabstimmungen kommen. Bis Ende März ist zudem eine Vorlage des Bundesrats in der Vernehmlassung; darin budgetiert er einen Beitrag von 827 Millionen. Versagen jedoch die Walliser der Kandidatur die Unterstützung, wäre dies laut Bundesrat bereits deren Ende. (jho)

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Rettungsaktion für das Alpine Museum der Schweiz

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Der Klimareport

Ist das Klima noch zu retten? "Der Klimareport" stellt Zahlen und Fakten zum Klimawandel vor und besucht Skeptiker und Aktivisten. Im Zentrum steht die Frage, wie mit der größten Herausforderung des 21. Jahrhundert umgegangen werden kann.

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Grün ist nur der Rasen

In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Gemeinden und Regionen, die sich gegen eine Kandidatur Olympische Spiele entschieden haben, gestiegen. Die Gründe: Immense Kosten, hektische Bautätigkeiten zu Lasten der Bewohner, große Belastungen durch den riesigen Besucherandrang, soziale Probleme, Sport-stätten, die nach dem Event leer stehen, Schulden, Umweltschäden.