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Aktuelle Meldungen

  • 12.03.2020  Es gibt kein Ausland mehr, in dem man kompensieren kann

    An einer nächsten verschobenen Session diskutiert der Nationalrat wieder über das CO2-Gesetz. Die Vorlage hat Mängel, doch besser wird sie wohl nicht mehr werden – es herrscht Angst vor der SVP.

  • 10.03.2020  Die Alpen freut’s: Der Nationalrat will klimafreundliche Kombiverkehre weiterhin fördern

    Der Nationalrat spricht sich für die Weiterführung der Förderung der unbegleiteten kombinierten Verkehre durch die Alpen aus. Damit wird dieses wichtige Instrument zur Verlagerung auf die Schiene und damit des Klimaschutzes erhalten. Zudem nimmt der Nationalrat eine Kommissionsmotion an, die den Bundesrat auffordert, sich dafür einzusetzen, dass im Norden eine leistungsfähige linksrheinische Alternativroute realisiert wird.

  • 05.03.2020  Im Interesse des Bergwaldes: Nein zum Jagdgesetz

    Das ökologische Gleichgewicht zwischen Wild und Wald ist aus dem Lot und gefährdet den Schutzwald. Der artenreiche Bergwald steht auf dem Spiel. Hier helfen Luchs und Wolf. Nur ein Nein zum revidierten Jagdgesetz schont Wald, Luchs und Wolf.

  • 04.03.2020  Natur und Mobilität

    Unter dem Label «Fahrtziel Natur» arbeiten Organisationen und Unternehmen zusammen, um einen umweltverträglichen Tourismus in den Naturpärken zu fördern. Der VCS war an der Umsetzung des Projekts in Graubünden beteiligt.

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Auf den Spuren der Klimaforschung

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – das Wetter scheint weltweit wild geworden zu sein. Was sind die Ursachen? Nur wissenschaftliche Fakten geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

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Wie Energiekonzerne den Klimawandel vertuschen

Die geheimen Machenschaf-ten der Ölindustrie: Exxon, Shell und Chevron, die seit 60 Jahren im Geheimen wissenschaftliche Studien und Kampagnen finanzieren, die den Klimawandel bis heute kleinreden. Diese Firmen wussten seit 1957, dass das Verbrennen fossiler Brennstoffe das Klima verändert - eigene, streng geheim gehaltene Forschungen hatten das ergeben.

Film von Johan von Mirbach

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Die Rückkehr der Wildnis

Die Schweiz ist ein übernutztes Land: Zuviel menschliche Aktivität, zu viel Gift im leuchtenden Grün. Tausende von Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Doch es gibt auch eine andere Schweiz: Dort wächst der Wald zu neuer Wildnis.

Der Traum von Paris: Weiter wachsen ohne Kohle, Öl und Gas

24.03.2020

Fossile Energie trieb in den letzten zwei Jahrhunderten das Wachstum der Menschheit und ihrer Wirtschaft an. Lässt sich diese Entwicklung innerhalb der nächsten 30 Jahren vollständig wenden? Das ist die klimapolitische Frage.

Von Hanspeter Guggenbühl

Bis zum Jahr 1800 lebten weniger als eine Milliarde Menschen auf dem Planeten Erde. Ihren Energiebedarf deckten sie bis dahin primär mit Nahrung, welche die Sonne für sie und ihre Nutztiere wachsen liess, sowie mit ebenfalls nachwachsendem Holz. Zudem setzten sie etwas erneuerbare Wasser- und Windkraft ein, um Mühlen zu drehen oder Frachten über Flüsse und Meere zu schiffen. Mit dem Abbau von nicht nachwachsender Kohle, etwa ab dem Jahr 1800, begann dann das fossile Zeitalter und mit ihm die industrielle Entwicklung. Der feste fossile Brennstoff heizte die Hochöfen der Eisenindustrie, trieb Dampfmaschinen an und speiste die ersten thermischen Kraftwerke. Bis Anfang der 1950er-Jahre dominierte Kohle auch als Brennstoff für das Beheizen von Häusern. Trotz dieser industriellen Revolution dauerte es aber nochmals mehr als hundert Jahre, bis sich die Bevölkerungszahl weltweit auf zwei Milliarden verdoppelte.

Erdöl als zentraler Wachstumstreiber

Das rasante Wachstum der Bevölkerung setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein, als die Menschheit begann, neben der Kohle grosse Mengen an Erdöl und später Erdgas für die zivile Nutzung auszubeuten. Erdöl in Form von Kunstdünger, Bau- sowie hoch verdichtetem Brenn- und Treibstoff erwies sich als zentraler Wachstumstreiber:

Allein von 1960 bis zur Jahrtausendwende verdoppelte sich die Weltbevölkerung von drei auf sechs Milliarden Personen. Und seit der Jahrtausendwende wächst sie jedes Jahr um weitere 1,2 Prozent. Heute leben 7,8 Milliarden Personen auf unserem Planeten, achtmal mehr als im Jahr 1800 und dreimal mehr als 1950. Allerdings ist diese starke Zunahme nicht allein auf den Einsatz der bequemen fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas zurückzuführen, sondern auch auf technische Erfindungen und medizinische Fortschritte.

Korrelation als auch Entkoppelung

Noch stärker als die Bevölkerung wuchs von 1960 bis heute der Ausstoss des klimarelevanten Gases CO2, das aus der Verbrennung von nicht nachwachsender fossiler Energie resultiert, sowie die globale (inflationsbereinigte) Wirtschaftsleistung. Den Verlauf dieser drei wesentlichen Wachstumsindikatoren im Zeitraum von 1960 (vorher gibt es keine vergleichbaren Statistiken) bis 2020 zeigt die Grafik auf dieser Seite. Tendenziell besteht also eine Korrelation zwischen der Zunahme von Bevölkerung, fossilem Energieeinsatz und Wirtschaftsentwicklung. Gleichzeitig gibt es aber auch eine relative (nicht aber eine absolute) Entkoppelung zwischen diesen Indikatoren:

  • Die Differenz zwischen Bevölkerungszuwachs und stärkerem Zuwachs der CO2-Emissionen zeigt, dass der globale fossile Energiekonsum nicht nur insgesamt, sondern auch pro Kopf der Bevölkerung seit 1960 zugenommen hat.
  • Die Differenzen der Bevölkerungs- sowie der CO2-Zunahme gegenüber dem noch steileren Wachstum der Weltwirtschaft zeugen von einer Produktivitäts-Steigerung; das gilt sowohl für die produzierenden Personen (höheres Sozialprodukt pro Kopf) als auch der eingesetzten fossilen Energie (zunehmende Energieeffizienz pro Wirtschaftseinheit).


60 Jahre Entwicklung, Umkehr in 30 Jahren

Das rasante Wachstum von Bevölkerung, Wirtschaft und fossilem Energiekonsum hat jedoch seine Kehrseite. Der Ausstoss von CO2 (Kohlendioxid) sowie weiteren, mengenmässig weniger bedeutenden Gasen fördert verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt der Erdatmosphäre. Der stärkere Treibhauseffekt wiederum heizt das Klima auf, bis heute bereits um rund ein Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit.

Diese globale Klimaerwärmung soll nun begrenzt werden auf «weniger als zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad». Das beschlossen die Regierungen 2015 an der Klimakonferenz von Paris. Um dieses vertraglich vereinbarte Klimaziel einzuhalten, so rechnen die im Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) versammelten Klimaforscher, muss der Ausstoss von CO2 und weiteren Treibhausgasen bis 2050 auf null sinken. Was das bedeutet, führt unsere bis 2050 fortgeschriebene Grafik vor Augen. Der globale fossile Energieverbrauch muss bis 2050 stärker abnehmen, als er seit 1960 zugenommen hat.

Nettobilanz von Abholzen und Aufforsten

Das klimapolitische Ziel «null CO2» gilt netto. Das heisst: Wenn der Wald dank angekündigten Aufforstungen weltweit schneller wächst, als er abbrennt oder abgeholzt wird, dann, darf 2050 weiterhin ein bisschen fossile Energie eingesetzt werden. Wenn hingegen die Wälder schneller schwinden als wachsen, muss die Menschheit den fossilen Energieeinsatz schon früher beenden. Weil Aufforstungen CO2 langsamer binden als Abholzungen CO2 freisetzen, ist das zweite Szenario aus heutiger Sicht wahrscheinlicher.

In beiden Fällen erfordert das Ziel «netto null CO2 bis 2050» eine radikale Wende des heute dominierenden Energiekonsums. Und das in nur 30 Jahren. Denn seit dem Abschluss des Vertrags von Paris sind weitere fünf Jahre ins Land gezogen. In diesen fünf Jahren sind die CO2-Emissionen weiter gestiegen, und sie dürften auch im angelaufenen Jahr 2020 weiter steigen.

Zusätzlich erschwert wird die radikale Wende des globalen CO2-Trends, weil die Weltbevölkerung gemäss demografischen Prognosen und mangelhafter Familienplanung weiter zunimmt. Die Leistung der Weltwirtschaft, die angeblich einem Wachstumszwang unterliegt, soll ebenfalls wachsen. Der jährliche Zuwachs des globalen Bruttosozialprodukts 2020 bis 2050, von dem die obige Grafik ausgeht, liegt am unteren Ende der Erwartungen von Wirtschaft und Regierungen.

Berechnung Guggenbühl, Graphik Südostschweiz
Berechnung Guggenbühl, Graphik Südostschweiz

Zehn Fragen auf dem Weg zum Zwei-Grad

Vergleicht man das klimapolitische Ziel, dem die meisten Regierungen in Paris grundsätzlich zustimmten, mit der langfristigen Entwicklung, so stellen sich zehn unbequeme Fragen:

  1. Lassen sich am Ende der fossilen Periode, also ums Jahr 2050, zehn Milliarden Menschen auf dieser Erde ausreichend ernähren, wenn vor Beginn der fossilen Periode weniger als eine Milliarde Menschen sich satt essen konnten?
  2. Kann die Weltwirtschaft wirklich ewig weiterwachsen, wenn ab 2020 weniger und ab 2050 kein Erdöl mehr diese Wirtschaft schmiert?
  3. Wer kann den über fünf Milliarden Menschen mit (noch) unterdurchschnittlichem CO2-Ausstoss in Asien, Südamerika und Afrika verbieten, den gleichen, auf fossiler Energie basierenden Lebensstil anzustreben, den eine Milliarde Menschen in den USA, Europa und Australien ihnen seit 60 Jahren vorlebt?
  4. Warum suchen private und staatliche Konzerne gegenwärtig immer noch unerschlossene Erdöl- und Erdgasfelder – zum Beispiel unter dem östlichen Mittelmeer oder in der Arktis –, wenn schon die heute bekannten Erdölreserven den klimapolitischen tragbaren Ölkonsum weit überschreiten?
  5. Warum strebten die Regierungen nicht schon 1972 die Abschaffung der fossilen Energiesklaven an, als die ersten Wissenschafter vor den Grenzen des Wachstums warnten, der globale CO2-Ausstoss weniger als halb so gross war als heute und für den Umstieg noch viel mehr Zeit zur Verfügung stand?
  6. Kannten die Regierungsleute die Konsequenzen, als sie 2015 in Paris beschlossen, die Erwärmung der Erde auf weniger als zwei Grad zu begrenzen?
  7. Träumten sie, Wind- und Sonnenenergie, die heute weniger als vier Prozent des globalen Energiekonsums decken, würden es schon irgendwie richten?
  8. Berücksichtigten die Vertragsunterzeichner in Paris den Einsatz von (grauer) Energie, der nötig ist, um die weltweite Infrastruktur – Milliarden von Gebäuden, Fahrzeugen, Energie- und Industrieanlagen sowie die gesamte Nahrungskette – von fossiler auf erneuerbare Energie umzurüsten?
  9. Glaubten sie, dass Gelbe Westen und andere benachteiligte Volksgruppen, die heute gegen die Kürzung von Subventionen auf fossilen Treibstoffen protestieren, den Umstieg auf grosse und teure Elektroautos klaglos schlucken?
  10. Oder rechneten die Regierungsleute in Paris – zu Recht – damit, dass sie im Jahr 2050 keine Verantwortung mehr tragen, wenn das Klima nicht hält, was ihr Vertrag verspricht?

Antworten sind willkommen. Und dringend. Spätestens bis zur nächsten Klimakonferenz 2020 in Glasgow.

Anita Mazzetta in den Stadtrat

Klimaschutz und damit eine umweltfreundliche Energie-wirtschaft ist eines von Anita Mazzettas Schwerpunkt-themen. Ihre energiepoliti-sche Fachkompetenz ist beeindruckend, genauso sind es ihre Erfolge. Als Stadträtin ist Mazzetta eine Chance für die Energiewende in der Stadt Chur: Durch die  Anwendung von innovativen Technologien wird das heimische Gewerbe gestärkt.

NEIN zum Jagdgesetz

Innerhalb weniger Wochen ist das Referendum zum neuen Jagdgesetz zustande gekommen. Der grosse Erfolg der Naturschutzorganisatio-nen beweist, dass auch die Bevölkerung mit dieser Revision nicht einverstanden ist. Wir fordern ein modernes Gesetz, das dem Artenschutz dient und ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen und Wildtieren fördert.

«Der Konzern-Report»

Dokumentarfilm (45', 2020):
Der Film lässt Menschen auf zwei Kontinenten zu Wort kommen, die durch Schweizer Konzerne geschädigt werden. Dick Marty und weitere Stimmen aus dem In- und Ausland erklären, warum sie klare Regeln verlangen, damit Konzerne für Verfehlungen geradestehen müssen.

Der Mensch verliert die Kontrolle über den Klimawandel

Die Klimaschutzziele der Regierungen reichen nicht, um eine gefährliche Ketten-reaktion zu verhindern. Der Mensch verliert die Kontrolle über den Klimawandel: 16 Kippelemente werden durch die steigenden Temperaturen ausgelöst, die Kontrolle über den Klimawandel geht verloren und der Mensch hat nur noch wenige Jahre um gefährliche Kettenreaktionen zu stoppen.