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Leben mit dem Klimawandel

Wenn wir ehrlich sind, haben wir den Kampf längst verloren: Wir werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten und mit drastischen Umbrüchen leben müssen. Gert Scobel diskutiert mit Gästen.

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Klimawandel - Die Fakten - 2019

Sir David Attenborough gestaltet seine BBC Doku als mitreißenden Weckruf. Mit zahlreichen Wissenschaft-lern belegt er die Fakten rund um die Folgen des Klimawandels und was dagegen unternommen werden kann.

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Auf den Spuren der Klimaforschung

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – das Wetter scheint weltweit wild geworden zu sein. Was sind die Ursachen? Nur wissenschaftliche Fakten geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

Massive Schäden im Schweizer Wald

23.10.2020

Der Schweizer Wald ist heute so krank wie nie seit 1984. Die wichtigste, aber nicht alleinige Ursache: Das extrem warme und trockene Wetter.

von Hanspeter Guggenbühl

Es war zwischen 1983 und 1986, als die Baumkronen lichter wurden. Einige Forscher befürchteten ein baldiges «grossflächiges Absterben» der Wälder als Folge der damaligen Luftverschmutzung. Der Begriff «Waldsterben» machte jahrelang Schlagzeilen. Doch die negativen Prognosen bewahrheiteten sich nicht. Umstritten blieb dabei, ob die Warnungen vor dem «Waldsterben» auf Übertreibungen und Fehleinschätzungen beruhten. Oder ob veränderte Verhältnisse den Zustand des Waldes ab den Neunzigerjahren – bei jährlichen Schwankungen – wieder stabilisierten.

Trügerischer Bericht

Fest steht: Ab Ende der Achtzigerjahre verminderte sich die Luftverschmutzung. Strenge Abgasnormen und Filtertechniken senkten insbesondere den Ausstoss von Schwefeldioxid, Stickoxiden, Kohlenwasserstoffen sowie die Bildung von Ozon. Schlagzeilen machten fortan vor allem Extremereignisse wie etwa der Wintersturm Lothar kurz vor der Jahrtausendwende oder periodischer Borkenkäfer-Befall bei Fichten.

Im Juni 2020 schrieben die Eidgenössische Forschungsanstalt für Schnee, Wald und Landschaft (WSL) und das Bundesamt für Umwelt in einer gemeinsamen Medienmitteilung, der «Schweizer Wald ist generell in gutem Zustand aber wegen Klimawandel unter Druck». Dabei stützten sie sich auf das gleichzeitig veröffentlichte vierte Landesforstinventar, das die Situation im Zeitraum von 2009 bis 2017 erfasste. Doch inzwischen ist alles wieder anders.

Sommer 2018 leitete Wende ein

Im Gefolge der extremen Trockenheit während der Vegetationsperiode im Jahr 2018 waren die Waldschäden im Jahr 2019 in der Schweiz so gross wie nie seit der Trockenperiode kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings bestehen je nach Region, regionalem Witterungsverlauf, unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit und unterschiedlichem Stickstoffeintrag an verschiedenen Standorten (verursacht durch Überdüngung und Verkehr) beträchtliche Abweichungen vom Durchschnitt und vom allgemeinen Trend. Das zeigen die neusten Studien über die Entwicklung der Waldschäden in der Schweiz, welche die «Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen» kürzlich veröffentlichte.

Darin schreiben die WSL-Forscher Andreas Rigling und Manfred Stähli unter dem Titel «Erkenntnisse aus der Trockenheit 2018 für die zukünftige Waldentwicklung»: «Die extreme Hitze und Trockenheit hinterliess schon während des Sommers 2018 deutlich sichtbare Spuren an vielen Baumarten – speziell auffallend und stark ausgeprägt waren frühzeitiger Laubfall, Rindenrisse und absterbende Kronenteile an der Buche. Die Borkenkäferschäden an der Fichte verdoppelten sich im Vergleich zum Vorjahr. Aussergewöhnlich war nicht die Art der Schäden, sondern ihr Ausmass, das in dieser Art in den letzten Jahrzehnten nie beobachtet worden war.»

Schäden heute grösser denn je

Langfristig besonders aussagekräftig sind die Erhebungen des Institutes für Angewandte Pflanzenbiologie (IAP). So untersucht das IAP seit 1984 im Auftrag von mehreren Kantonen die Waldbestände im Schweizer Mittelland; dies heute auf insgesamt 185 Flächen mit rund 14 000 Bäumen. Als Beispiel zeigt die nebenstehende Grafik des IAP, wie sich die Anteile der stark verlichteten Baumkronen der Schweizer Buchen von 1984 bis ins aktuelle Jahr entwickelten.

Bei diesem Inventar des IAP fällt auf: Nach Jahrzehnten mit jährlichen Schwankungen auf tiefem Niveau hat sich der Anteil der stark verlichteten Baumkronen der Buchen im Jahr 2019 verdreifacht und blieb 2020 auf hohem Niveau. Ähnlich verlief die Entwicklung auch bei den Fichten. Die Lage ist heute also rund dreimal schlimmer als in den Achtzigerjahren, als die Warnung vor dem «Waldsterben» die Umweltdebatte prägte.

Mortalität der Buchen viel höher

Die Auswahl dieser Resultate ist aus zwei Gründen relevant: Buchen und Fichten sind heute (mit einem Anteil von mehr als der Hälfte) die am meisten verbreiteten Bäume im Schweizer Wald. Und Bäume mit mehr als 60 Prozent Blatt- und Nadelverlust (im Vergleich zu einem voll belaubten oder benadelten Baum) gelten als schwer geschädigt; sie erholen sich kaum mehr, selbst wenn trockenen Perioden eine regenreiche folgt. Als Folge davon dürften in den nächsten Jahren auch mehr Bäume absterben als in früheren Jahren.

Sabine Braun, langjährige Leiterin des IAP, kommentiert und differenziert die neusten Resultate aus der 35-jährigen Beobachtungszeit mit folgenden Worten: «In einigen Flächen waren bis zu 41 Prozent der Buchen mit mehr als 60 Prozent verlichtet. Die Buchenmortalität war 2019 und 2020 um das Vier- bis Fünffache erhöht. Auf Flächen mit mangelhafter Phosphorversorgung – unter anderem eine Folge hoher Stickstoffeinträge – war die Erhöhung noch deutlich stärker.» Bei den Fichten stieg die Mortalität durch Buchdruckerbefall laut Braun bis zum Herbst 2019 auf einen Rekordwert von 4,9 Prozent und lag damit um ein Vielfaches höher als nach dem Hitzesommer 2003. «Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass die Schäden 2019 nicht allein die Folge der extremen Trockenheit 2018, sondern vielmehr das Ergebnis mehrerer vorangegangener Trockenjahre waren.» Auch hier seien die Schäden bei hoher Stickstoffbelastung durch die Luft deutlich höher.

Klimawandel prägt Wald-Zukunft

Der aktuell negative Befund über den Schweizer Wald, so lehrt der Blick zurück, kann sich wieder verbessern. Zum Beispiel dann, wenn den warmen und trockenen Jahren ab 2015 wieder eine mehrjährige Periode mit kühleren Temperaturen und unterdurchschnittlichen Temperaturen folgen sollte. Doch diese Hoffnung ist relativ gering, wenn man die starke Häufung von extrem heissen und extrem trockenen Jahren sowie die Szenarien für die künftige Entwicklung des Klimas in der Schweiz betrachtet.

So folgern die Forscher Rigling und Stähli in ihrem schon eingangs zitierten Bericht: «Wir müssen davon ausgehen, dass das kombinierte Auftreten von Trockenheit, Stürmen, Krankheiten und Schädlingen innert kurzer Zeit ganze Landschaften massiv verändern kann und unter anderem auch das Paradigma der stabilen Buchenmischwälder infrage stellt.»

Ein klares Ja zum neuen CO2-Gesetz

Das neue CO2-Gesetz ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein möglichst deutliches Ja am 13. Juni 2021 bietet die besten Voraussetzungen für weiter-gehende Massnahmen gegen gefährliche Klimaerhitzung.

Die Erdöl-Lobby, unterstützt von der SVP, hat das Referen-dum gegen das neue CO₂-Gesetz am 12.01.2021 eingereicht.

Die Autoverkäufer und die Ölindustrie, in deren Verbänden die SVP stark vertreten ist, begründen dies mit negativen Auswirkungen für den Mittelstand. In Wahrheit geht es um ihre eigenen Wirtschafts-interessen, die ihnen offenbar wichtiger sind als der Erhalt der Lebensgrund-lagen. Indem das neue CO₂-Gesetz wichtige Verursacher der Klimakrise wie den Flug- und Autoverkehr verteuert, trägt es zu globaler Klimagerechtigkeit bei.

Das Gesetz ist somit ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es stellt die Weichen für wesentlich effektivere Klimaschutz-massnahmen. Als breite Allianz der Zivilgesellschaft werden wir uns in der Referendumsabstimmung und darüber hinaus für die Ziele des Pariser Klimaab-kommens entschieden engagieren!

VOM KLIMASTREIK ZUR KLIMABEWEGUNG

AKTIONSTAG 21. MAI 2021

Am Aktionstag im Frühling wird, sofern es die Situation erlaubt, eine zentrale Demonstration in Chur stattfinden. Den ganzen Tag über werden ausserdem dezentral organisierte, lokale Aktionen durchgeführt. Dies können Demonstrationen, Diskussionen, gemeinsamer Austausch bei einem Mittagessen, konkrete Projekte usw. sein. Diese Aktionen werden von lokalen Organisationen und den Klimagruppen organisiert. Ziel ist es, möglichst viele Menschen vor Ort einzubinden und sie zu motivieren, selbst in der Klimabewegung aktiv zu werden.