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Leben mit dem Klimawandel

Wenn wir ehrlich sind, haben wir den Kampf längst verloren: Wir werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten und mit drastischen Umbrüchen leben müssen. Gert Scobel diskutiert mit Gästen.

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Klimawandel - Die Fakten - 2019

Sir David Attenborough gestaltet seine BBC Doku als mitreißenden Weckruf. Mit zahlreichen Wissenschaft-lern belegt er die Fakten rund um die Folgen des Klimawandels und was dagegen unternommen werden kann.

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Auf den Spuren der Klimaforschung

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – das Wetter scheint weltweit wild geworden zu sein. Was sind die Ursachen? Nur wissenschaftliche Fakten geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

Für Fisch, Vogel und die Zukunft aller

06.05.2021

Die Kampagne für die beiden Umweltinitiativen ist auch in Graubünden lanciert. Diverse Organisationen machen sich für ein Ja an der Urne stark. Am Mittwoch haben sie ihre Gründe erklärt.

von Olivier Berger

Radi Hofstetter gibt der Gegnerschaft der Trinkwasser- und der Pestizidinitiative sogar recht. Es stimme, was beispielsweise der Bauernverband auf seinen Plakaten schreibe – die beiden Umweltinitiativen seien extrem: «Sie sind extrem wichtig und notwendig, wenn wir unsere Gesundheit und die Biodiversität nicht endgültig aufs Spiel setzen wollen.»

Nicht alle Landwirte dagegen

Zwei Tage nach den Gegnerinnen und Gegnern (Ausgabe vom Dienstag) haben am Mittwoch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Organisationen sowie der Verda Graubünden ihre Abstimmungskampagne eröffnet. Vor die Medien traten sie auf dem Weingut von Francisca und Christian Obrecht in Jenins. Das Ehepaar bewirtschaftet seine Rebberge biodynamisch; Francisca Obrecht wird am 13. Juni zu beiden Umweltinitiativen ein Ja in die Urne legen. Sie hoffe, dass eine Annahme der Initiativen der Landschaft einen «Innovationsschub» verpasse werde, sagte sie.

Hofstetter, Präsident des kantonalen Fischereiverbands, erklärte, wieso er die beiden Initiativen «extrem wichtig» findet. «Wir Fischer sind diejenigen, die am genausten ins Wasser schauen», erklärte er. Und in diesem Wasser seien die Folgen der Pestizidanwendung längst sichtbar – auch in den «Gebirgsbächen weitab von konventionellen Landwirtschaftsbetrieben». Die Anzahl und Vielfalt von Kleinlebewesen sei «dramatisch zurückgegangen».

Gesundheit und Zukunft

Nicht nur Fische, sondern auch Vögel sind durch Pestizide gefährdet, wie Michaela Bauer, Präsidentin von Birdlife Graubünden, erklärte. Gustav Ott, Präsident der Bündner Sektion von Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, warnte vor den Gefahren der Pestizide für die menschliche Gesundheit. Und Rolf Marugg als Vertreter der Verda fasste zusammen: «Abgesehen davon, dass Pestizide für den Menschen gesundheitsschädlich sind, wirken sie sich negativ auf viele andere Lebewesen aus.»

Einen flammenden Appell richtete Noana Werdmüller an die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, «Ich bin noch nicht mal 20 Jahre alt und muss dafür kämpfen, damit ich, meine Kinder und Enkel auch in Zukunft noch etwas zu Essen und Trinken haben», sagte die Aktivistin von Extinction Rebellion Graubünden.

Schütze Wasser, Boden & Gesundheit: 2xJA

Ein breites Komitee lancierte die 2xJa-Kampagne zu den Initiativen für sauberes Trinkwasser und für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide. Träger der 2xJa-Kampagne sind Pro Natura, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, WWF Schweiz, Aqua Viva, BirdLife Schweiz und der Schweizerische Fischerei-Verband.

Mit 2xJA am 13. Juni leisten wir einen Beitrag für sauberes Wasser, fruchtbare Böden, die Erholung der Artenvielfalt statt Insekten- und Artensterben und für gesunde Lebensmittel ohne Pestizidrückstände und Antibiotikaresistenzen. Wir schützen sowohl unsere eigene Gesundheit wie auch die Natur.

Leserbrief von Rolf Marugg aus Zürich/Davos

Gesunde Landwirtschaft ohne Pestizide

Ausgabe vom 24. April Zum Artikel «Ich werde bei beiden Initiativen Ja stimmen»

Als ich am Samstag die «Südostschweiz» gelesen habe, hat es mich gefreut zu sehen, dass sich mit Biobauer Jürg Wirth ein Landwirt für die Initiative für sauberes Trinkwasser sowie für die Initiative für ein Verbot von synthetischen Pestiziden einsetzt und in den beiden Abstimmungsvorlagen die Chance erkennt, die diese für die Schweizer Landwirtschaft bieten. Die offiziellen Verbände und Interessenvertreter der Schweizer haben bei mir jeglichen Goodwill verspielt mit ihrer Panikmache.

Als Konsument erwarte ich von der Landwirtschaft, dass hochwertige und gesunde Produkte auf nachhaltige und standortgerechte Weise produziert werden. Dann bin ich auch bereit, einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen. Als Hobbygärtner, der biologisch gärtnert, weiss ich, was «Schädlinge» an Kulturen anrichten können. Die wenigsten meiner selbstgepflanzten Gemüse würden den Anforderungen für eine Abnahme durch die Grossverteiler genügen. Ich kann deshalb nur erahnen, mit wie viel Pflanzenschutzmitteln die tadellos aussehenden Früchte und Gemüse behandelt werden müssen, damit sie so aussehen. Die zusätzliche Handarbeit bei der Pflege wie auch beim Rüsten der Produkte aus eigener Bio-Produktion nehme ich gerne in Kauf, wenn ich sicher sein kann, dass die Produkte ohne Gift produziert wurden.

Auch wenn der Pestizideinsatz in der Schweizer Landwirtschaft gemäss Statistik in den letzten Jahren zurückgegangen ist, finden sich in Gewässern und im Grundwasser in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft Pestizide und Abbauprodukte, die gesetzliche Grenzwerte zigfach überschreiten. Abgesehen davon, dass Pestizide für den Menschen gesundheitsschädlich sind, wirken sie sich negativ auf viele andere Lebewesen aus. So ist es nachgewiesen, dass biologisch bewirtschaftete Böden viel mehr Bodenlebewesen enthalten als konventionell bewirtschaftete. Gerade diese Vielfalt im Boden ist die Basis für gesunde und widerstandsfähige Pflanzen. Der Einsatz von synthetischen Pestiziden ist ein Teufelskreis. Die Pestizide verschlechtern die Böden, was die Pflanzen anfälliger für Schädlinge und Krankheiten macht, die dann wieder mit Pestiziden bekämpft werden. Wir müssen aus dieser Abhängigkeit aussteigen, da sich das Problem mit der rapide schwindenden Biodiversität weiter verschärft. Deshalb werde ich mit voller Überzeugung zweimal Ja stimmen zu den Agrarinitiativen am 13. Juni.

Wandernd begreifen, was Klimawandel bedeutet

Das Projekt «Klimaspuren» ist eine öffentliche Wanderung durch die Schweiz. Jede und jeder kann mitwandern und erfahren, wie sich die steigenden Temperaturen konkret auswirken und wie findige Menschen die Erhitzung des Klimas stoppen wollen. Klimaspuren dauert vom 1. Juni bis zum 12. Juli 2021 und umfasst gut 50 Ortstermine.

Herausforderungen des Klimawandels

Reto Knutti ist Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und einer der Leit-autoren beim Vierten und Fünften Sachstandsbericht des IPCC. Knutti präsentiert seine Berechnungen und Zukunftsprognosen kompe-tent und ohne Alarmismus, besorgniserregend sind sie alleweil.