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Alarmierend wenig Forellen schwimmen im Vorderrhein

20.05.2021

Heute werden massiv weniger Fische aus dem Vorderrhein gezogen als noch vor Jahren. Auch viel weniger Seeforellen steigen auf. Jetzt werden die Gründe dafür erstmals umfassend erforscht.

Von Ursina Straub

Die aktuellen Zahlen sind für den Fischereibiologen Marcel Michel erschreckend. «Der Fangerfolg am Vorderrhein ist in den vergangenen 19 Jahren um 35 Prozent zurückgegangen. Und im letzten Jahr wurden 80 Prozent weniger Fische gefangen als in guten Jahren», sagt Michel, akademischer Mitarbeiter beim kantonalen Amt für Jagd und Fischerei. «Somit gehört der Vorderrhein – im Vergleich zu anderen Bündner Haupttalflüssen – zu den Gewässern mit dem niedrigsten Fangerfolg seit Einführung der Fischfangstatistik im 2002.»

Das Fangniveau sei bereits in den vergangenen Jahren tief gewesen, erklärt Michel, und es würden heute auch weniger Fischerinnen und Fischer am Vorderrhein angeln. «In den vergangenen Jahren sind die Fangzahlen aber richtiggehend eingebrochen und das weiträumig», unterstreicht er.

Dass die Situation besorgniserregend ist, haben die Abfischungsdaten des kantonalen Amtes für Jagd und Fischerei bestätigt. Bei diesen Abfischungen werden mit Elektrofanggeräten Bachforellen aus bestimmten Abschnitten des Flusses gezogen, und die Anzahl Fische wird auf das gesamte Gewässer hochgerechnet. Denn: Die Bachforelle ist die Leitfischart, sie kommt im Vorderrhein also am häufigsten vor. «Zumindest in gewissen Abschnitten gibt es einen regelrechten Einbruch beim Bestand, insbesondere die grösseren Tiere fehlen», betont Michel.

Siebenmal weniger Seeforellen

Düster sieht es auch aus, was die Seeforellen angeht. Diese steigen aus dem Bodensee in den Vorderrhein auf, um dort zu laichen. In Spitzenjahren haben um die 1200 Seeforellen die Fischtreppen bei Reichenau überwunden. «Im vergangenen Jahr wurden beim Kraftwerk Reichenau gerade mal 166 Tiere gezählt, so wenige wie noch nie», sagt Michel. «Das schreckt auf.» Natürlich gebe es von Jahr zu Jahr Schwankungen, führt Michel aus. «Doch diese liegen in einem Bereich von 30 Prozent.»

Weshalb sich der Bachforellenbestand in den vergangenen Jahren massiv verschlechtert hat, ist zurzeit noch unklar. Die statistischen Erhebungen in Graubünden decken sich jedoch mit nationalen Studien. Diese haben ergeben, dass der Fischbestand in diversen Mittellandflüssen massiv zurückgegangen ist.

Gletscherwasser trübt Fluss

Um den Ursachen für den Fischschwund am Vorderrhein auf den Grund zu kommen, gibt der Kanton nun eine umfassende Studie in Auftrag. Diese soll sämtliche Einflüsse untersuchen, und zwar am ganzen Vorderrhein vom Ursprung am Tomasee am Oberalppass bis zum Zusammenfluss bei Reichenau. Fest steht bislang einzig, dass wohl verschiedene Faktoren für den desolaten Fischbestand verantwortlich sind. Ein Aspekt ist beispielsweise, dass sich der Bestand seit den grossen Hochwassern in den Achtzigerjahren nie mehr richtig erholt hat. Verändert haben sich seither aber die klimatischen Bedingungen. So fliesst heute mehr Gletscherwasser in den Vorderrhein, was eine entsprechende Trübung verursacht, etwa im Ferrerabach oder Russeinbach. «Wir hoffen, dass wir mit einer umfassenden Faktoranalyse auf etwas stossen, wo wir mit entsprechenden Massnahmen ansetzen können», erläutert Michel.

Wasserqualität, Laich, Nahrung

Untersucht werden deshalb die unterschiedlichsten Aspekte. Etwa, weshalb kaum mehr grosse Fische im Gewässer schwimmen und ob die Forellen überhaupt noch laichen. Wie gesund die Fische sind und ob die Wasserqualität stimmt. Welchen Einfluss die anhaltende Gletscherschmelze hat und inwieweit Murgänge den Bestand beeinflussen. Aber auch, ob die Forellen genügend Nahrung finden oder die Kraftwerke allenfalls doch, obschon sie seit Jahrzehnten in Betrieb sind, einen negativen Einfluss haben.

All diese Fragen wurden in diesem Ausmass noch nicht mit einer Studie im Kanton untersucht. Michel hofft, dass die Studie noch in diesem Jahr in Auftrag gegeben werden kann. Vorliegen sollen die Ergebnisse in voraussichtlich drei Jahren.

Wandernd begreifen, was Klimawandel bedeutet

Das Projekt «Klimaspuren» ist eine öffentliche Wanderung durch die Schweiz. Jede und jeder kann mitwandern und erfahren, wie sich die steigenden Temperaturen konkret auswirken und wie findige Menschen die Erhitzung des Klimas stoppen wollen. Klimaspuren dauert vom 1. Juni bis zum 12. Juli 2021 und umfasst gut 50 Ortstermine.

Herausforderungen des Klimawandels

Reto Knutti ist Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und einer der Leit-autoren beim Vierten und Fünften Sachstandsbericht des IPCC. Knutti präsentiert seine Berechnungen und Zukunftsprognosen kompe-tent und ohne Alarmismus, besorgniserregend sind sie alleweil.