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Leben mit dem Klimawandel

Wenn wir ehrlich sind, haben wir den Kampf längst verloren: Wir werden den Klimawandel nicht mehr aufhalten und mit drastischen Umbrüchen leben müssen. Gert Scobel diskutiert mit Gästen.

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Klimawandel - Die Fakten - 2019

Sir David Attenborough gestaltet seine BBC Doku als mitreißenden Weckruf. Mit zahlreichen Wissenschaft-lern belegt er die Fakten rund um die Folgen des Klimawandels und was dagegen unternommen werden kann.

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Auf den Spuren der Klimaforschung

Hitze, Dürre, Stürme und Fluten – das Wetter scheint weltweit wild geworden zu sein. Was sind die Ursachen? Nur wissenschaftliche Fakten geben das Rüstzeug für ein verantwortungsvolles Handeln in der Zukunft.

Im Wasserschloss wird es ungemütlich

04.06.2021

Der Klimawandel wirkt sich auf die Verfügbarkeit von Wasser in der Schweiz aus. Das kostbare Nass wird künftig knapp. Die Auswirkungen der Klimaerhitzung auf Wasserhaushalt und Gewässer sind in der Schweiz grösser als bisher angenommen. Die Sommerabflüsse nehmen stark ab und die Wassertemperaturen steigen an. Es wird also in der Schweiz trockener, heisser, schneeärmer, und wir werden künftig mit heftigeren Niederschlägen zu kämpfen haben. Zu diesem Ergebnis kamen Klimaforschende von Meteo Schweiz und der ETH Zürich in den Klimaszenarien CH2018, die sie im Auftrag des Bundes erstellt haben.

Künstliche Bewässerung wird immer teurer aber auch zukünftig unmöglich!
Künstliche Bewässerung wird immer teurer aber auch zukünftig unmöglich!

Von Stefan Grass*

Der Klimawandel beeinflusst den gesamten Wasserhaushalt: Es wird mehr regnen, weniger schneien und der Schnee wird früher abschmelzen. Der Anstieg der Lufttemperatur fördert sowohl Gletscherschmelze wie Verdunstung. Diese Faktoren beeinflussen die natürlichen Wasserspeicher. Besonders in alpinen Regionen werden sich deshalb Landschaft und Gewässer stark verändern. Über das ganze Jahr gesehen, wird es in der Schweiz nicht weniger Niederschläge geben. Stark verändern wird sich allerdings deren saisonale Verteilung: Im Sommer werden wir weniger Regen haben, im Winter mehr. Die Sommerabflüsse werden auch wegen der schrumpfenden Gletschervolumen stark zurückgehen, so Hydro-CH2018.

Im Sommer werden Niedrigwasserphasen auch in Graubünden häufiger und ausgeprägter. Bei Trockenheit übersteigt bereits heute lokal der Bedarf das Angebot an Wasser. Der Klimawandel verstärkt den Stress, dem die Gewässerökosysteme heute ohnehin ausgesetzt sind. Viele Tier- und Pflanzenarten können sich nicht an erhöhte Wassertemperaturen anpassen. Während der Hitzewellen 2003, 2015 und 2018 kam es in der Schweiz zu dramatischen Fischsterben. Die Schweiz ist durch die hydrologischen Auswirkungen der Klimaerhitzung nicht existenziell bedroht – das Leben im Wasserschloss wird jedoch ungemütlich.

Die Klimaerhitzung trifft die Schweiz als Alpenland besonders hart: Die Temperaturen steigen bei uns doppelt so stark an wie im weltweiten Durchschnitt. Nicht nur im Sommer wird Wasser fehlen, sondern auch als Schnee für den Wintersport. Bereits 2016 wurde fast die Hälfte der Pisten in der Schweiz künstlich beschneit, mit der steigenden Schneefallgrenze werden es immer mehr. Während im Wallis Crans-Montana und Saas-Fee die Pisten mit Wasser aus Wasserkraftstauseen beschneien können, ist etwa in inneralpinen Trockentälern wie dem Engadin Wasser rar. Als Alternative wurden Speicherseen gebaut, etwa in St. Moritz, Scuol, Samnaun oder Arosa. Nichtsdestotrotz: Vielerorts wird lokales Trinkwasser zur Kunstschneeproduktion eingesetzt. Schnell kommt es zum Wasserkonflikt: Sind an Spitzentagen im Skiort die Hotels voll, wird das Wasser auch dort gebraucht und nicht nur am Skihang und von den Einheimischen.

Zu den Auswirkungen der Klimaerhitzung gibt es keine einfachen Lösungen. Zentral ist hier der Klimaschutz mit der Reduktion des CO2-Austosses. Das CO2-Gesetz ist zwar noch ungenügend und zu wenig weitreichend um die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 auf Netto-Null zu senken. Aber nur mit einem Ja zum Gesetz kann die Schweiz den dringend notwendigen Weg zu einer klimaneutralen Zukunft gehen. Es wird im CO2-Gesetz neu ein Klimafonds errichtet, der auch Massnahmen zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels in den Berggebieten unterstützt. So haben wir überhaupt eine Chance mit einem immer mehr eingeschränkten Wasserhaushalt zu leben. Daher müssen wir in Graubünden in unserem eigenen Interesse das CO2-Gesetz annehmen.

*Stefan Grass ist geschäftsführender Präsident des VCS Graubünden und Sekretär der Vereinigung Bündner Umweltorganisationen VBU.

Wandernd begreifen, was Klimawandel bedeutet

Das Projekt «Klimaspuren» ist eine öffentliche Wanderung durch die Schweiz. Jede und jeder kann mitwandern und erfahren, wie sich die steigenden Temperaturen konkret auswirken und wie findige Menschen die Erhitzung des Klimas stoppen wollen. Klimaspuren dauert vom 1. Juni bis zum 12. Juli 2021 und umfasst gut 50 Ortstermine.

Herausforderungen des Klimawandels

Reto Knutti ist Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und einer der Leit-autoren beim Vierten und Fünften Sachstandsbericht des IPCC. Knutti präsentiert seine Berechnungen und Zukunftsprognosen kompe-tent und ohne Alarmismus, besorgniserregend sind sie alleweil.